»Ein Kern der nachbarschaftlichen Radios«

Interview mit Angélica und Gustavo, Radio Alternativa de Caracas (April 2006)

Seht ihr als Zuschauer Änderungen im Programm der privaten Medien? Hat sich etwas verbessert?

Gustavo: Ein bisschen, ja. Es gibt zum Beispiel Kinderprogramme am Nachmittag und es wird immer angesagt, wann es Sendungen für Kinder, Jugendliche und wann für Erwachsene gibt. Da gibt es schon einen Fortschritt. Es ist aber trotzdem schwierig, weil zum Beispiel Globovisión1 ein Programm für Jugendliche am Nachmittag hat, aber trotzdem Informationen für Erwachsene sendet. Das ist ein Widerspruch und es ist immer noch schwierig, damit umzugehen. Andere Kanäle zeigen aber zum Beispiel Kindertheater, Marionetten mit einer Aussage.

Angélica: Eine Sache, die mich betrifft, ist der Umgang mit dem weiblichen Geschlecht im Fernsehen. Ich denke, da hat es wirklich einen Wandel gegeben. Jetzt sieht man keine Frauen mehr, die alles zeigen, um etwas zu verkaufen, was sie noch nicht einmal selbst benutzen. Ich glaube in dieser Hinsicht war das Gesetz sehr wichtig. Es gibt auch keine Werbung mehr für Alkohol, auch wenn es Diskussionen darüber gibt oder für Zigaretten.

Gustavo: Sie haben die Kanäle benutzt, um ihre Alkohol- und Zigarettenwerbung über Kabel zu senden, aber CONATEL2 hat auch dort verhindert, dass dies stattfindet.

Angélica: Ich denke diese Seite ist sehr wichtig, weil man keine nackten Frauen mehr sieht, die dir Pepsi Cola, Bier oder irgendwas verkaufen.

Gustavo: Man beutet die Sexualität nicht mehr aus, da gibt es Fortschritte.

Ein Projekt in dem Gesetz sind die sog. »Verbraucherkomitees« (Comités de Usuarios). Werden sie umgesetzt und funktionieren sie? Was machen sie?

Gustavo: Ja, das ist zentral. Die Gründung von Verbraucherkomitees ist etwas, was das Gesetz über die soziale Verantwortung von Radio und Fernsehen erlaubt. Denn es geht nicht einfach darum, dass die Bewertung allein von einem Regierungsbeamten kommt, sondern vom Verbraucher selbst. Dafür werden die Verbraucherkomitees gegründet. Sie sind eine juristische Person. Es gibt zahlreiche Komitees, aber paradoxerweise ist das effektivste unter ihnen von der Opposition. Also gehen die Beschwerden an den staatlichen Kanal 8. Das ist also eine widersprüchliche Sache, aber die Idee ist, dass die Leute sich in den Komitees organisieren und die Dinge anklagen, die nicht richtig laufen. Zum Beispiel wenn um drei Uhr nachmittags Kinder fernsehen und nicht entsprechende Inhalte gezeigt werden. Das ist die Idee, damit die Zuschauer eine aktivere Rolle einnehmen. Leider wird es bisher noch nicht so viel genutzt.

Gut, aber es ist ja auch partizipative Demokratie, wenn die Opposition ein solches Komitee gründet.

Gustavo: Ja natürlich, das ist es, was Partizipation bedeutet.

Wann habt ihr mit dem Projekt des Radio Alternativa de Caracas begonnen?

Angélica: Das Radio wurde 1998 gegründet, mit den Wahlen im Jahr 20003 haben wir dann zu senden angefangen. Über einige Monate vor dem Sendebeginn wurde unter Beteiligung verschiedenster Kollektive und auch indigenen Gemeinden die Linie der Redaktion ausgearbeitet.

Und die Arbeit des Radios wurde dann in den verschiedenen Kollektiven gemacht oder gab es eine zentrale Redaktion?

Angélica: Es waren verschiedene Kollektive. Wenn wir vom Radio Alternativa reden, dann meinen wir eine Gemeinde, jedoch nicht als ein geografischer Raum, sondern als Gruppen verschiedener Gemeinden, Intellektuelle, Musikwissenschaftler, Indígenas oder zum Beispiel das Kollektiv des 23 de enero, des Parque Calvario, also verschiedene Kollektive einer soziokulturellen Gemeinde aus ganz Caracas. Man konnte das Radio auch in ganz Caracas hören. Das Radio entstand aus Kollektiven, die Radio machen wollten, die in ihrer Gemeinde ein Radio haben wollten. Das Radio Petare zum Beispiel hat hier begonnen Radio zu machen oder die Leute aus Antímano, aus Las Casitas in La Vega, aus Sarría oder von Radio Perola in Caricuao. Heute haben sie ihre eigenen Sender. Es war also das erste Radio dieser Art und wie ein Kern für die heute bestehenden Radios. Wir haben uns also zusammengeschlossen, um uns zu bilden und so in der Lage zu sein, unsere eigenen Medien zu machen, was das Ziel von Radio Alternativa ist. Es sollte nicht darum gehen, dass sie für immer hier bleiben, sondern einen Raum zu schaffen, damit sie sich bilden können, um dann ihre Medien in anderen Bereichen zu entwickeln.

Dann gab es die ganzen Reglementierungen und es wurden alle notwendigen Dokumente an CONATEL übergeben, was wirklich hart war, denn um zugelassen zu werden fordert CONATEL ein wirtschaftliches, juristisches, soziales und technisches Konzept. Es wurden also alle diese Dokumente eingereicht, das war zum ersten Mal im Jahr 2000, dann haben sie uns hier mehrere Male besucht und schließlich mussten wir weitere Dokumente, also ein zweites Konzept einreichen, weil sie meinten wir müssten uns im Sendebereich einschränken. Auf dieses zweite Konzept erhielten wir, so ähnlich wie beim ersten Mal, keine Antwort und im Mai 2005 wurde das Radio dann mit der Begründung geschlossen, wir wären illegal.

Wie ist diese Schließung dann vor sich gegangen?

Angélica: Sie kamen mit der Guardia Nacional4 und einem Schließungsbeschluss, nahmen den Sender mit. Das war im Mai 2005.

Also nur ein paar Monate nach dem neuen Gesetz über die soziale Verantwortung von Radio und Fernsehen. Das war merkwürdig, denn in Deutschland haben wir mitbekommen, dass die einzige Schließung von Medien durch CONATEL die des Radio Alternativa war.

Gustavo: In diesem Land sind sowohl Fernseh- als auch Radiosender geschlossen worden, aber nur die nachbarschaftlichen. Der Kanal 8 wurde beim Putsch geschlossen5, Catia TVe vom Oberbürgermeister6 der Opposition und in diesem Fall Radio Alternativa durch CONATEL. Die privaten Medien sind also nie berührt worden.

Angélica: Tatsächlich sind wir das einzige Medium, dem die Ausrüstung weggenommen wurde. Und wir haben sie noch immer nicht wiederbekommen.

Und wie erklärt ihr euch - in der institutionellen Logik -, dass Radio Alternativa das einzige war, das geschlossen wurde?

Angélica: Dafür gibt es einige Gründe. Unser Radio hat am selben Tag zu senden begonnen, wie ein Radio der Regierung des Bundesstaates Guárico, was zu einer Konkurrenz um die Frequenz geführt hat. Wir benutzen die 94,9 FM, eine Frequenz, die zwischen denen zweier großer kommerzieller Sender liegt, aber mit ausreichend Platz in beide Richtungen und wir haben niemanden »belästigt«. CONATEL hatte deshalb auch überlegt, diese Frequenz an einen kommerziellen Sender zu vergeben und nicht an einen nachbarschaftlichen Sender. Es gibt also eine Mischung aus politischen und ökonomischen Interessen, die wir als so kleines Radio nur schwer durchschauen können. Das Radio wurde also geschlossen und wir haben bis heute keine Antwort erhalten. Nicht einmal den Sender haben wir zurückbekommen.

Wer ist berechtigt, über eine solche Schließung zu entscheiden? CONATEL ist eine Kommission, brauchen sie nicht eine rechtliche Grundlage oder ein Gerichtsurteil?

Angélica: Das Telekommunikationsgesetz gibt CONATEL die Befugnis zu entscheiden. Wenn sie dich also beschuldigen, illegal zu sein, dann musst du das Gegenteil beweisen. Wir hatten zum Beispiel etwa zwei Wochen Zeit, um Widerspruch einzulegen und Beweise vorzubringen, dass wir nicht illegal waren. Allerdings auch bei CONATEL, welche dann auch die Beweise überprüft und entscheidet. Sie beschuldigen dich also und entscheiden selber darüber, das ist ein juristisches Problem.

Gustavo: Der Sendebereich im Hauptstadtbereich ist begrenzt und die einzige Frequenz, die noch frei war, war die 94,9. Das bringt einen also schon zum Nachdenken. Es ist ein bisschen wie wenn das Erdöl ausgeht. Dann gibt es ein enormes Interesse für das, was bleibt. Denn es gibt keinen anderen Grund. Wie ich schon vorhin gesagt habe, ist der Geist des Telekommunikationsgesetzes und der Regelungen für nachbarschaftliche Radios ist, dass die Comunidades Zugang zu den Kommunikationsmedien bekommen.

Es geht also darum, diesen Zugang zu ermöglichen. Das ist das Problem, welches es zu lösen gilt, es geht nicht darum Arbeit zu schaffen oder so. Vor allem in einer Zeit, in der wir einen regelrechten Medienkrieg erleben, der Teil des Krieges der vierten Generation ist, wie man sagt.

In den ländlichen Gebieten wurde uns gesagt, dass fast keines der nachbarschaftlichen Radios eine offizielle Lizenz besitzt.

Angélica: Das stimmt, es ist aber nicht das gleiche, ein Radio in der Stadt wie Caracas oder auf dem Land zu machen. Auf dem Land gibt es keine vergleichbare Konkurrenz um die Frequenzen.

Und sendet jetzt ein anderes Radio auf eurer Frequenz?

Angélica: Ja, ein evangelischer Sender, der »Tierra Nueva« heißt. Er ist zwar auch nicht autorisiert, wird aber nicht geschlossen. Da sieht man also, das es eine politische Frage ist.

Wie seht ihr die Zukunft des Radios?

Angélica: Die Antennenübertragung sehe ich in weiter Ferne, weil uns CONATEL viele Steine in den Weg legt. Und zwar speziell dem Radio Alternativa de Caracas. Sich weiter mit CONATEL zu streiten scheint gerade die Mühe nicht wert zu sein. Ich denke wir können weiter unsere Sachen machen, wir denken zum Beispiel an eine Website, und gleichzeitig im Bereich der Ausbildung weiterarbeiten, weiter Workshops zum Radiomachen anbieten. Ich glaube das bringt uns gerade mehr und ist nicht so erschöpfend.

Es scheint ein strukturelles Problem zu sein, dass CONATEL die Macht hat, ein Radio ohne jeden Grund zu schließen. Wenn sich dann die Machtverhältnisse ändern, können sie das auch ziemlich schnell mit anderen Radios machen.

Gustavo: Ja, sehr schnell. Das ist ein Widerspruch. Ich bin trotz alledem optimistisch in Bezug auf das Folgende: Die Reglementierungen für nachbarschaftliche Radios und auch nachbarschaftliche Fernsehsender sind sehr weit gefasst und wird auch noch nicht von allen ganz verstanden. Es gibt zum Beispiel Probleme bei einigen Kollegen, die in nachbarschaftlichen Radios arbeiten und die ihre Sendereichweite ausbreiten wollen. Rechtlich ist das nicht möglich, weil die Idee der nachbarschaftlichen Radios ist, sich auf eine Comunidad, einen Stadtteil beziehen. Da es rechtlich nicht funktioniert, beschweren sie sich dann darüber, dass ihre Menschenrechte verletzt würden, weil sie in der ganzen Stadt gehört werden wollen. Das ist ein Widerspruch, weil der Sendebereich begrenzt ist. Wenn wir davon ausgehen, dass es in Caracas um die 20 nachbarschaftliche Radios gibt und dazu die privaten Sender, und alle im ganzen Stadtgebiet gehört werden wollen, dann funktioniert das nicht, das ist unmöglich. So hat es also keinen Sinn.

Welchen Sinn hat aber die Comunidad? Es geht darum, ein Radio zu haben, um ganz bestimmte Themen zu behandeln. Es ist etwa ein Äquivalent zu einem Kommunalrat, bei dem es darum geht, die Repräsentanten der Comunidad zu versammeln, um sie betreffende Dinge zu behandeln wie die Straßen, die Schulen, die Polizei, das Wasser; diese Angelegenheiten, also alles sehr lokale Sachen. Da liegt also die Anziehungskraft und das Radio erfüllt eine Aufgabe in diesem Bereich. Es macht keinen Sinn, dass ein solches Radio seine Sendereichweite auf die ganze Stadt erweitert. Stell dir vor, dass es im Parque Central7 keine Aufzüge gibt, dass sie kaputt sind. Das ist ein Problem dieses Ortes und es interessiert zu Beispiel niemanden, der in Petare8 lebt.

Aber viele Probleme werden an verschiedenen Orten geteilt.

Angélica: Ich bin da etwas anderer Meinung als Gustavo. Ich stimme mit dir überein, dass viele lokale Probleme im Endeffekt globale Probleme sind. Man kann also die lokalen Probleme auch in ihrer globalen Form sehen. Das Wasserproblem, das ich hier in meiner Comunidad habe, existiert genauso in Ecuador, in Brasilien, in Bolivien. Es geht also nicht darum, mich hier mit meinem Problem allein zu sehen und es zu lösen, sondern Erfahrungen von anderen Orten bei der Lösung zu sehen und dadurch zu lernen, zu teilen und zu artikulieren, wie man diese Probleme global lösen kann.

In Caracas gibt es - ich bin mir nicht ganz sicher - fünf Besitzer großer Sender. Sie haben also die Möglichkeit, im ganzen Land gehört zu werden. Diese fünf Besitzer von Medien haben die Möglichkeit den Menschen zu sagen, was sie wollen. Wir als organisierte Comunidades, als Kollektive haben hingegen lediglich die Möglichkeit den Menschen in den nächsten drei Blöcken etwas zu sagen. Ich glaube also, dass es da ein Gefälle gibt, wo eigentlich ein Gleichgewicht sein sollte. Ich denke, dass wir als Comunidad auch das Recht haben, nicht nur den Leuten in Petare zu sagen, was hier in San Augustín9 passiert, sondern auch denen in Amazonas10. Wenn zum Beispiel die Leute in Amazonas nur das Recht haben, dort zu sagen was passiert, dann bekomme ich hier davon nichts mit. Um es konkret zu machen: Ich habe mitbekommen, dass diese drei Jungen ermordet wurden.11 Und nicht nur ich habe das mitbekommen, sondern die ganze Welt. Aber die Zahl der Bauern, die ermordet wurden, seitdem das Landgesetz12 verabschiedet wurde - wo kommt die vor? Wer hat davon etwas mitbekommen? Wo sind die Namen dieser ermordeten Bauern? Sie hatten nicht die Möglichkeit, das der ganzen Welt mitzuteilen. Es gibt kein Kommunikationsmedium, dass ihnen die Türen geöffnet hat, nicht einmal von dieser Regierung, damit sie das Thema der ermordeten Bauern diskutieren. Wo ist da das Gleichgewicht?

Gustavo: Es gibt keinen Widerspruch zwischen dem Lokalen und dem Generellen. Eine der Dinge, deren Konsolidierung gerade vorangetrieben wird, sind die Consejos Comunales de Participación. Und diese sind das Lokalste, was es geben kann. Wo die Comunidad mit ihren eigenen Interessen die meiste Partizipation, den größten Protagonismus schafft - sei es eine Straße, ein Park, ein Sportplatz; das sind sehr bestimmte Dinge. Es ist nicht so, dass das andere nicht interessieren kann, aber es ist unmöglich, dass man immer mitbekommt, was alles in Caricuao13, im 23 de enero14 oder in Petare passiert, was sehr spezielle Sachen sind. Wie bei mir zuhause, dort ist meine Familie, meine Frau und meine Kinder, und es gibt Dinge, die der Familie eigen sind. Ich kann nicht immer mitbekommen, was in anderen Familien passiert. Natürlich gibt es einige relevante Sachen, manchmal hören wir Abends einen Skandal, wie die Leute sich streiten, aber es gibt bestimmte Sachen, die nur uns interessieren. Das ist der Blickwinkel, den die nachbarschaftlichen Radios haben. Nicht, damit andere nicht Bescheid wissen, darum geht es nicht. Der Tod einer Person auf so brutale Weise hat natürlich eine größere Wirkung und die ganze Comunidad oder das ganze Land wird davon erfahren. Aber die ganz kleinen Sachen interessieren nur das Kollektiv. Das bedeutet nicht, dass sie nicht wichtig wären.

Die nachbarschaftlichen Medien artikulieren sich über größere Organismen wie zur Zeit über ANMCLA15 und das Netz der nachbarschaftlichen Medien16 und ständig gibt es Treffen und sie verfolgen, wie sich alles entwickelt. Und dort gibt es ein Projekt, um einen Mechanismus zur Verbindung zu finden, also um bundesweit alle Sender technisch zu verbinden. Wenn es dann ein schwieriges Problem, eine politische Gefahr gibt, dann verbinden sich alle Sender und bilden ein bundesweites Netz. Die speziellen Vorkommnisse interessieren am meisten die Menschen in den Comunidades und das ist die Idee. Und technisch ist es unmöglich, dass alle Sender bundesweit empfangen werden können. Die einzige Möglichkeit dafür wäre eine Website, über die alle nachbarschaftlichen Medien senden könnten, auch die, die noch kein Radio haben. Denn es gibt keinen rechtlichen Mechanismus der verhindert, dass das geschieht.

Unser Projekt bedeutet für uns, die erwähnten Probleme zu überwinden. Ich denke das Projekt der Website wird eine Neuheit sein und andere nachbarschaftliche Medien beeinflussen. Eine andere Sache ist, dass ich das Projekt der Website Kollegen von anderen nachbarschaftlichen Medien vorgeschlagen habe und es interessiert sie nicht. Klar, der Anteil derer, die vor allem in den lateinamerikanischen Ländern Zugang zum Internet haben, ist sehr gering - verglichen mit Europa oder den USA. Aber die Tendenz ist steigend und in Venezuela steigt sie sehr stark. Hier haben alle, die Zugang zur Bildung haben - auch diese Zahl steigt allmählich -, auch Zugang zum Internet. Ich glaube deshalb, dass dies kein Problem sein wird.

* comunitario wurde durchgehend mit nachbarschaftlich übersetzt, comunidad wurde im spanischen Original belassen.

 

Interview: Gruppe Movimentor, April 2006

Anmerkungen:

1 Privater Fernsehsender der als einer der schärfsten Opponenten der Regierung gilt.

2 Comisión Nacional de Telecomunicaciones - Nationale Telekommunikationskommision

3 Nach der Verabschiedung der neuen Verfassung 1999 mussten alle wählbaren Ämter neu besetzt bzw. bestätigt werden.

4 (Militärische) Bundespolizei, die dem Präsidenten unterstellt ist.

5 Kanal 8 oder Venezolana de Televisión ist der erste staatliche Fernsehkanal. Er wurde im April 2002 zeitweise von den Putschisten geschlossen, um die Deutungshoheit über die Geschehnisse zu erlangen (die privaten Medien unterstützten den Putsch).

6 Alfredo Peña wurde 2000 als chavistischer Kandidat ins neu geschaffene Amt des Alcalde Mayor (Bürgermeister von Groß-Caracas) gewählt. Im laufe der Zeit entwickelten sich immer größere Differenzen mit der Regierung, bis er offen als Oppositioneller auftrat. Im Juli 2003 ließ er Catia TVe schließen.

7 Hochhauskomplex im Zentrum von Caracas, in dem sich auch das Büro des Radio Alternativa befindet.

8 Barrio am östlichen Ende von Caracas.

9 Stadtteil südlich des Parque Central.

10 Bundesstaat im Süden Venezuelas.

11 Im Februar 2006 wurden die drei Söhne des kanadisch-venezolanischen Geschäftsmannes John Faddoul zusammen mit ihrem Chauffeur entführt und Anfang April ermordet. Der »Fall Faddoul« führte zu einem weltweiten Medienecho zur Sicherheitssituation in Venezuela.

12 Ley de Tierras aus dem Jahr 2001

13 Stadtteil im Südwesten von Caracas.

14 Stadtteil im Westen von Caracas.

15 Asociación Nacional de Medios Comunitarios Libres y Alternativos - Nationale Vereinigung Freier und Alternativer Nachbarschaftlicher Medien

16 Red de Medios Comunitarios

 

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